26. November 2025
gjb ist jetzt Teil der Initiative Klischeefrei

Geschlechterklischees wirken sich auf die Berufs- und Studienwahl aus. Dabei sollten junge Menschen Berufe finden, die zu ihren individuellen Stärken passen – frei von einengenden Rollenbildern. Dies zu erreichen, ist das Ziel der Initiative Klischeefrei. Ab sofort ist auch die gjb Teil der deutschlandweiten Initiative – gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.
Die Berufsbildungsforschung zeigt: Viele Jugendliche schließen Berufe und Studiengänge von vornherein aus, weil sie vermeintlich nicht zur eigenen Geschlechtszugehörigkeit passen. Dieses Berufswahlverhalten trägt in Deutschland zu einem stark nach Geschlecht aufgeteilten Arbeitsmarkt bei, fast so, als gäbe es tatsächlich Berufe nur für Männer oder Frauen. Doch Berufe haben kein Geschlecht und Menschen sind vielfältig. Ihre Stärken und Fähigkeiten sind individuell angelegt.
Trotzdem gehen junge Frauen und Männer häufig unterschiedliche Wege bei der Berufswahl. Beispielsweise arbeiten in vielen Handwerksberufen wenige Frauen. In Gesundheits-, sozialen und hauswirtschaftlichen Berufen finden sich dagegen sehr wenige Männer.
Die Initiative Klischeefrei engagiert sich für eine Berufs- und Studienwahl, bei der die Geschlechtszugehörigkeit keine Rolle spielt. Jungen Menschen soll eine an individuellen Stärken und Interessen orientierte Berufswahl ermöglicht werden. Die Initiative versteht sich als breites politisches, gesellschaftliches und wirtschaftliches Bündnis und richtet sich an alle am Bildungs- und Berufswahlprozess beteiligten Organisationen.
Um Jugendlichen eine klischeefreie Berufs- und Studienwahl zu ermöglichen, sind alle Erwachsenen in ihrem Umfeld gefragt. Eltern, aber auch Fachkräfte sind Vorbilder. Menschen in Kitas, Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Einrichtungen bis zur Berufsberatung können Einfluss nehmen und klischeefreies Denken und Handeln vorleben.
gjb-Bereichsleiterin Kerstin Ewers freut sich sehr über die neue Kooperation:
„Unsere interne Arbeitsgruppe ‚Arbeitsmarkt‘ schaut schon länger besonders kritisch auf dieses Thema und ist aktuell in Planung einer Veranstaltung ‚Geschlecht und Berufswahl‘ zur Sensibilisierung aller Kolleginnen und Kollegen. So sind wir auf die Initiative Klischeefrei aufmerksam geworden. Wir merken bei unserer Arbeit an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen leider immer wieder, dass die Geschlechterklischees tief verankert sind. Wenn wir Jugendliche in Ausbildung vermitteln, gibt es noch viel zu wenig Interesse der jungen Menschen an Berufen, die auf den ersten Blick nicht in ihr Raster passen. Unsere Beraterinnen und Berater sind in engem Kontakt mit den Ausbildungssuchenden und den Betrieben. Die Initiative Klischeefrei bietet vielfältige Materialien – wie Methodensets, Fortbildungen oder Praxisbeispiele. Dadurch bekommen wir Unterstützung in unserem Bemühen, junge Menschen nach ihren Stärken und Neigungen statt nach ihrem Geschlecht beruflich zu orientieren und in Berufe zu vermitteln.“