Ausbildungsbotschafter ebnen den Weg ins Handwerk

 

Mit ehrenamtlichem Einsatz unterstützen junge Nachwuchshandwerker Hauptschulabsolventen bei der Berufsfindung.

 

Seit 2013 gehen Ausbildungsbotschafter in Frankfurter Hauptschulen, um deren Absolventen für den Weg ins Handwerk zu begeistern. Denn nur wenige Hauptschüler entscheiden sich trotz vorhandener praktischer Begabung und einer ausreichenden Zahl an Ausbildungsplätzen für eine Karriere als Tischler, Maurer oder Bäcker. "Deshalb möchten wir mit dem Projekt junge Menschen in Frankfurt für eine Ausbildung im Handwerk begeistern", erläutert Stefanie Römer von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Im Tandem treten die Ausbildungsbotschafter, die entweder selbst noch Azubis oder Jung-Handwerker sind, vor die Klassen und machen Werbung für Handwerksberufe und das duale Ausbildungssystem. Dabei berichten sie über die Anforderungen im Betrieb und in der Schule, gehen auf die erforderlichen Prüfungen ein, erklären Möglichkeiten der Weiterbildung und vieles mehr. Im Anschluss an diese Präsentation stellen die Schüler Fragen.

 

Für ihren mindestens einjährigen Einsatz werden die Ausbildungsbotschafter speziell geschult, optional gibt es noch ein Rhetorikseminar für die jungen Menschen.

 

Für die Teilnahme am Ehrenamtsprogramm werden die Ausbildungsbotschafter von ihren Betrieben freigestellt, eine finanzielle Vergütung gibt es nicht. Trotzdem profitieren alle von dem Programm, wie Stefanie Römer weiß: "Die Betriebe, weil sie so dafür sorgen, auch in den kommenden Monaten und Jahren neue Azubis zu haben, und die Teilnehmer selbst, da sie durch das freie Sprechen vor den Klassen an Selbstsicherheit gewinnen, die ihnen später im Betrieb im Umgang mit den Kunden und Kollegen zugutekommt."

 

Seit seinem Start im Schuljahr 2013/14 hat das Projekt an zehn Schulen über 1.600 Frankfurter Schüler erreicht. Mit Erfolg: An den Schulen, an denen Ausbildungsbotschafter im Einsatz waren, nahmen vergleichsweise mehr Schüler handwerkliche Berufsausbildungen auf.

 

Und auch für die Ausbildungsbotschafter selbst ist die Teilnahme am Programm eine belohnende Erfahrung, berichtet Stefanie Römer: "Es kam ein Ausbildungsbotschafter zu mir und erzählte, dass bei ihm selbst vor zwei Jahren ein Ausbildungsbotschafter in der Klasse zu Besuch kam. Dieses Ereignis habe ihn bewegt, selbst an dem Programm teilzunehmen, da ihm diese Erfahrung persönlich eine Orientierung gegeben und ihn persönlich bereichert hätte. Dies möchte er jetzt anderen zuteilwerden lassen."

 

Über das Programm Ausbildungsbotschafter


Das Berufsbildungsangebot ist ein Förderprojekt der der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und wurde in Kooperation mit der Gesellschaft für Jugendbeschäftigung (gjb), der Hostato- und der Sophienschule sowie der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main entwickelt.

 

Einige Botschafter sind dabei Absolventen der Samstagsschule für begabte Handwerker der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, eines Qualifizierungsprogramms für Frankfurts beste Nachwuchshandwerker.