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„Achtung Umbauarbeiten!“

Mit seinem Vortrag war der Aachener Pädagoge Peter Köster am 10.11.2014 auf Einladung der Gesellschaft für Jugendbeschäftigung e.V. und des Stadtelternbeirats zu Gast im Südbahnhof. Ca. 220 Besucher verfolgten aufmerksam seine Ausführungen zur Entwicklung und Funktion des Gehirns vom Kleinkind bis zum Erwachsenen.

 

Basierend auf neueren Erkenntnissen der Neurobiologie, stellte er anschaulich und unterhaltsam die Entwicklung des menschlichen Gehirns in den ersten 18 Lebensjahren dar und bezog die Zuhörer dabei aktiv ein.

 

Peter Köster präsentierte eine natürliche Erklärung für die manchmal nicht nachvollziehbaren Verhaltens- und Handlungsweisen der Jugendlichen beim Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein.

 

Er machte deutlich, dass Pubertät mehr ist, als eine hormongesteuerte Phase der Entwicklung im Jugendalter. Im Gehirn findet während der Pubertät ein regelrechter Umbau statt. Und dabei kommt es auch vor, dass der „Handwerksmeister“ Urlaub hat und es drunter und drüber geht.

 

Wussten Sie, dass in den Gehirnen von pubertierenden Jugendlichen bis zu 30.000 Nervenzellkontakte pro Sekunde abgebaut werden? Das bleibt nicht ohne Folgen. Die Fähigkeit Emotionen zu bewerten sinkt – die Risikobereitschaft steigt, insbesondere bei Jungen. Bei Mädchen steigt die Hirnaktivität zyklusabhängig bis zu 25 % an.

 

Umbauarbeiten und Hormone sorgen gemeinsam für das der Pubertät eigene Verhalten von Jungen und Mädchen. Verändertes Schlafverhalten und Leistungsabfall in der Schule sind unter diesem Blickwinkel „normal“. Mit dem abgeschlossenen Umbau des Gehirns holen die Jugendlichen dann wieder auf, was in dieser Zeit an Lernstoff liegenblieb. Bis dahin gilt:

 

„Lassen Sie ihre Nervensägen nicht an ihren Nerven sägen!“

 

Für Eltern und Lehrer bedeutet dies, die Jugendlichen individuell zu fördern, weniger auf Lernstoff und mehr auf Beziehung zu setzen. Beziehung trägt durch diese wichtige Entwicklungsphase.

 

Mehr Infos und Kontakt: www.peterkoester.de